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Prozess gegen Recycling-Unternehmer beginnt - Vorwurf: 700 Tonnen Windkraft-Schrott in Tschechien abgekippt

Weiden. Am Landgericht Weiden beginnt am Donnerstag, 11. Juni, um 9 Uhr der Prozess gegen einen Recycling-Unternehmer aus Weiden. Dem 53-Jährigen werden illegale Müllverbringung in 54 Fällen und neunfache gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Weiden. Am Landgericht Weiden beginnt am Donnerstag, 11. Juni, um 9 Uhr der Prozess gegen einen Recycling-Unternehmer aus Weiden. Dem 53-Jährigen werden illegale Müllverbringung in 54 Fällen und neunfache gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.
Foto: Zollfahndungsamt München

Prozess gegen Recycling-Unternehmer beginnt - Vorwurf: 700 Tonnen Windkraft-Schrott in Tschechien abgekippt

Vorsitzender der Strafkammer ist der Vizepräsident des Landgerichts, Markus Fillinger. Die Anklage wird voraussichtlich von Staatsanwalt Andreas Falk vertreten. Aktuell sind nach Auskunft von Landgerichtssprecher Florian Bauer zwölf Verhandlungstage angesetzt.

Als Zeugen werden Mitarbeiter der Firma, ein externer Abfallberater, aber auch Vertreter des Landratsamtes Schwandorf und der Regierung der Oberpfalz angehört. Auch Zeugen aus Tschechien werden erwartet. Zuletzt werden Ermittler des Zollfahndungsamtes sowie deutsche und tschechische Sachverständige angehört.

Familienvater seit fast einem Jahr in U-Haft

Der Angeklagte (53) ist Gründer und Geschäftsführer eines Recycling-Betriebs mit Werkhalle in Wernberg und Firmensitz in Weiden. Seit August 2025 befindet sich der Familienvater in Untersuchungshaft in der JVA Weiden. Er soll die Vorwürfe großteils bestreiten. Verteidigt wird er vom Weidener Anwalt Rouven Colbatz und der Münchner Juristin Stefanie Amann.

Angeklagt ist zudem ein tschechischer Staatsangehöriger (57), der für das Unternehmen tätig war. Er war im Herbst 2025 nach einem Geständnis aus der U-Haft entlassen worden. Der Tscheche wird von Rechtsanwalt Johannes Zintl vertreten.

Kompakt: Das wird dem Unternehmer vorgeworfen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 53-Jährigen vor, aus Gewinnstreben insgesamt 54-mal gefährliche Abfälle illegal nach Tschechien und Polen verbracht zu haben.

Im Mittelpunkt steht eine Recyclinganlage in Wernberg, die Lithium-Ionen-Batterien zerlegen sollte. Nachdem Behörden 2024 alle bei dem Verfahren anfallenden Stoffe als gefährlichen Abfall eingestuft hatten, soll der Unternehmer rund 16 Tonnen Batterieschrott in mehr als 50 sogenannten „Big Bags“ nach Tschechien transportiert haben. Statt bei der offiziell angegebenen Firma landeten die Abfälle laut Anklage auf einer illegalen Deponie. Eine Belastung des Bodens kann nicht ausgeschlossen werden.

Grammer Solar
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Zudem wird dem Angeklagten gefährliche Körperverletzung in neun Fällen vorgeworfen. Nach Erkenntnissen der Behörden waren Mitarbeiter in der Recyclinganlage über längere Zeit krebserregenden Stoffen ausgesetzt. Sieben Beschäftigte wiesen erhöhte Nickel- und Kobaltwerte im Urin auf, zwei weitere litten unter Beschwerden wie Atemnot und Übelkeit. Trotz behördlicher Warnungen soll der Betrieb bis zu einer Polizeirazzia im März 2025 weitergelaufen sein.

Rund 700 Tonnen aus Windkraft und Flugzeugen

Ein weiterer Schwerpunkt der Anklage betrifft rund 700 Tonnen glas- und kohlefaserverstärkter Kunststoffe aus Windkraftanlagen und Flugzeugen. Diese sollen in 37 Transporten illegal nach Tschechien gebracht und dort auf unerlaubten Deponien abgeladen worden sein. In diesem Zusammenhang sollen auch Frachtpapiere gefälscht worden sein.

Darüber hinaus wirft die Staatsanwaltschaft dem Unternehmer vor, knapp 25 Tonnen gefährliche Altbatterien fälschlich als unbedenklichen Abfall deklariert und nach Tschechien exportiert zu haben. Weitere Batterien sollen ohne die vorgeschriebenen Prüfungen als wiederverwendbare Produkte ausgegeben worden sein. Kunden hätten für ein angebliches Recycling bezahlt, das nach Ansicht der Ermittler nie stattgefunden hat. Einer der Fälle betrifft auch Transporte nach Polen.

Müllskandal größer als gedacht: Gefährliche Körperverletzung an neun Mitarbeitern angeklagt

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Wernberg/Weiden. Der Müllskandal um Roth International ist größer als gedacht. Ein Weidener Unternehmer ist neben illegaler Müllverbringung nach Tschechien und Polen auch der gefährlichen Körperverletzung angeklagt. Neun seiner Mitarbeiter sollen den krebserregenden Stoffen Kobalt und Nickel ausgesetzt gewesen sein.