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Kinderträume aus Plüsch und Plastik im Museum Mitterteich

Mitterteich. Ab 3. Juli zeigt das Museum Mitterteich die Sonderausstellung „Kinderträume aus Plüsch und Plastik“ – eine Zeitreise in die Kinderzimmer der 1970er- und 1980er-Jahre. Barbie, Big Jim und Co. wecken Erinnerungen.

Mitterteich. Ab 3. Juli zeigt das Museum Mitterteich die Sonderausstellung „Kinderträume aus Plüsch und Plastik“ – eine Zeitreise in die Kinderzimmer der 1970er- und 1980er-Jahre. Barbie, Big Jim und Co. wecken Erinnerungen.
Lone Ranger Actionfiguren-Serie Foto: Stefanie Schreiner

Kinderträume aus Plüsch und Plastik im Museum Mitterteich

Auf dem großen Esstisch der Familie Preisinger in Schönkirch liegen kleine Schuhe, Handtaschen, Kleider und Puppenköpfe. Für Außenstehende wirkt das Durcheinander zunächst rätselhaft. Für Sabrina Preisinger beginnt genau hier Entspannung. „Das hat fast etwas Meditatives“, sagt die 45-Jährige. Stück für Stück ordnet sie die Einzelteile eines neu erworbenen Konvoluts zu. Zu welcher Puppe gehört dieser Schuh? Welche Handtasche passt zu welchem Outfit? Am Ende soll alles wieder so aussehen wie vor vierzig oder fünfzig Jahren.

Spielzeugklassiker der 1970er- und 1980er-Jahre im Fokus

Was viele in ihrem Freundes-, Bekannten- und sogar Arbeitsumfeld nicht wissen: Die Schönkircherin besitzt eine beeindruckende Sammlung von Spielzeugklassikern der 1970er- und 1980er-Jahre. Ab 3. Juli zeigt sie unter dem Titel „Kinderträume aus Plüsch und Plastik“ erstmals einen Teil ihrer Schätze im Museum Mitterteich.

Die passionierte Sammlerin Sabrina Preisinger beim Bestücken einer Vitrine mit Action-Figuren. Foto: Stefanie Schreiner

Vom privaten Hobby zur Ausstellung

Dass es überhaupt dazu kommt, grenzt fast an ein kleines Wunder. Zwei Jahre lang mussten die Mitarbeiterinnen des Mitterteicher Museums, Marion Papsch und Nicole Schuller, Überzeugungsarbeit leisten, erzählt die Sammlerin lachend. Ihre Leidenschaft hielt sie bislang bewusst privat. „Ich wollte mich vor Unverständnis und manchen Kommentaren schützen“, sagt sie offen.

Dabei passt das Bild der Sammlerin auf den ersten Blick gar nicht zum Klischee. Sabrina Preisinger arbeitet als Vertriebsassistentin bei der Deutschen Post AG, ist verheiratet, Mutter von zwei Töchtern und engagiert sich in zahlreichen Ehrenämtern. Umso überraschter reagieren viele, wenn sie erfahren, was sich hinter den Türen ihres Zuhauses verbirgt.

Vom Dachboden zur Sammlerleidenschaft

Begonnen hat alles auf dem Dachboden ihrer Eltern. Dort waren die Spielsachen der zwei Schwestern sorgfältig aufgehoben worden. Eigentlich wollte Preisinger nur einige ihrer Lieblingspuppen für die nächste Generation herrichten. Doch ihre Töchter zeigten wenig Interesse an Barbie und Co. Also begann sie, fehlende Teile zu suchen und beschädigte Puppen zu restaurieren. „Zuerst wollte ich nur Zubehör ergänzen“, erinnert sie sich. Doch mit jeder Recherche in Sammlerforen und Fachbüchern tauchte sie tiefer in die Welt der Modepuppen ein.

Heute besitzt sie zahlreiche Original-Barbies, passende Kleidung, seltene Accessoires und Sammlerstücke aus jener Zeit, als Malibu Barbie und Superstar Barbie Kultstatus erreichten. Es gibt buchstäblich Zehntausende verschiedene Barbie-Puppen.

Witron Bewerbertag 18.07.
Witron Bewerbertag 18.07.
Vintage Barbie. Foto: Stefanie Schreiner

Barbie, Accessoires und seltene Sammlerstücke

Hinzu kamen im Laufe der Jahre Petra-Puppen aus Deutschland, die englische Sindy, Figuren aus der DDR-Produktion sowie Actionhelden wie Big Jim und die Karl-May-Serie.

Besonders fasziniert sie die sogenannte Vintage-Ära der 1960er- und 1970er-Jahre. Fast wissenschaftlich beschäftigt sie sich mit den Details. Rund 15 Fachbücher helfen bei der Bestimmung von Kleidung und Zubehör.

Vintage-Ära und liebevolle Restaurierung

„Originalkleidung aus den 1970er-Jahren erkennt man oft schon an den eckigen Knöpfen“, erklärt sie. Jede Puppe soll möglichst authentisch präsentiert werden. Denn auch wenn Spielzeug ihrer Meinung nach benutzt und geliebt werden darf, zählt für Sammler der Originalzustand.

Die Ausstellung erzählt deshalb nicht nur Spielzeuggeschichte, sondern auch ein Stück Kindheitsgeschichte. „Spielzeug hatte damals eine andere Wertigkeit“, findet Preisinger. Kinder hätten über Jahre hinweg eigene Spielwelten aufgebaut. Heute sei vieles schnelllebiger geworden.

Barbie Super Doll. Foto: Sabrina Preisinger

Kindheitserinnerungen aus der Region

Beim Rundgang durch die Ausstellung werden Erinnerungen wach. An Barbie und Big Jim. An Masters of the Universe und Karl May. Aber auch an die Spielzeuggeschäfte der Region: Fröhlich in Wiesau, Stahl in Tirschenreuth, Frey in Marktredwitz oder den „Buchbinder“ in Mitterteich. „Dein Wunschzettel war das Schaufenster“, sagt die Sammlerin und lächelt.

Nun haben ihre kleinen Schätze das Kellerdasein vorübergehend verlassen. Stattdessen ziehen sie für einige Monate ins Museum ein – und mit ihnen der Zeitgeist einer Generation, die noch wusste, wie sich stundenlange Abenteuer zwischen Barbie-Traumhaus, Winnetou-Lager und Big-Jim-Dschungel anfühlten.

Laufzeit und Öffnungszeiten

Zu sehen ist die neue Sonderausstellung „Kinderträume aus Plüsch und Plastik“ vom 3. Juli bis 8. November 2026 im Museum Mitterteich. Geöffnet ist jeweils Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 9 bis 12 Uhr und Sonntag von 14 bis 17 Uhr.

(Die genannten Marken dienen ausschließlich der Beschreibung historischer Ausstellungsobjekte. Die Ausstellung steht in keiner Verbindung zu den jeweiligen Rechteinhabern.)

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