Antrittsbesuch stärkt Zusammenarbeit in Teunz
Antrittsbesuch stärkt Zusammenarbeit in Teunz

Im Rahmen seines Antrittsbesuchs bei Bürgermeister Adolf Hammer informierte sich Martin Scharf, MdL, über die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen der Gemeinde Teunz. Zum Auftakt führte der neue Bürgermeister seinen Gast durch das Gemeindehaus, auf das er sichtlich stolz ist. Besonders das neu gestaltete Archiv verdeutliche, wie wichtig ihm eine gut organisierte und zukunftsfähige Gemeindeverwaltung sei.
Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg
Im gemeinsamen Gespräch wurde schnell deutlich, dass beide großen Wert auf eine sachorientierte und überparteiliche Zusammenarbeit legen. Gerade bei kommunalen Themen müsse das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen – unabhängig von parteipolitischen Interessen.
Investitionen in Infrastruktur und Wasserversorgung
Ein zentrales Thema waren die bevorstehenden Investitionen in die kommunale Infrastruktur. So plant die Gemeinde den Neubau eines Feuerwehrhauses. Gleichzeitig stehen umfangreiche Erneuerungen im Wasserversorgungsnetz an. Viele der bestehenden Asbestleitungen haben inzwischen ihr Lebensende erreicht und führen zunehmend zu Wasserrohrbrüchen. Das Kanalsystem befindet sich hingegen in einem guten Zustand. Trotz einer insgesamt soliden Haushaltslage, die auch auf erfolgreich eingeworbene Fördermittel zurückzuführen ist, stellen diese Maßnahmen die Gemeinde finanziell vor große Herausforderungen.
Finanzen und Glasfaserausbau
Sorge bereitet zudem die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen. Zwar verfügt die Gemeinde derzeit über stabile Einnahmen, langfristig könnten diese jedoch unter Druck geraten. Positiv entwickelt sich dagegen der Glasfaserausbau, der in Teunz kontinuierlich voranschreitet.
Kinderbetreuung: Erweiterung und Finanzierungsfragen
Auch die Betreuung von Kindern spielte im Gespräch eine wichtige Rolle. Die Grundschule wird gemeinsam mit der Gemeinde Gleiritsch getragen und konnte in den vergangenen Jahren energetisch saniert werden. Im Kindergarten stößt die bestehende Einrichtung dagegen an ihre Kapazitätsgrenzen. Durch sogenannte Korridorkinder sind die drei Gruppen derzeit überbelegt.
Deshalb wird eine vierte Gruppe eingerichtet, die vorübergehend im Pfarrheim untergebracht werden soll. Die notwendigen Umbaumaßnahmen verursachen erneut erhebliche Kosten, während das Personal weiterhin von der Kirche gestellt wird. Die Geburtenzahlen entwickeln sich erfreulich stabil, sodass der Bedarf an Betreuungsplätzen auch künftig bestehen bleibt.
Mensa-Pläne und mögliche Förderungen
Langfristig gibt es zudem Überlegungen für einen Anbau mit einer Mensa, um ein Mittagessensangebot zu ermöglichen. Derzeit fehlt hierfür allerdings noch die Finanzierung. Martin Scharf verwies auf mögliche Förderprogramme, die ein solches Vorhaben künftig unterstützen könnten.
Ehrenamtliche Amtsführung und Vereinsleben
Bürgermeister Hammer berichtete außerdem von seinem persönlichen Alltag als ehrenamtlicher Bürgermeister. Neben seinem kommunalen Amt arbeitet er weiterhin bei BMW und ist Vater von drei Kindern. Der hohe Arbeitsaufwand sei zwar anspruchsvoll, lasse sich aber mit Beruf und Familie vereinbaren. Mehr Zeit für das Bürgermeisteramt wäre dennoch wünschenswert, da dadurch zusätzliche Projekte angestoßen werden könnten. Gleichzeitig unterstrich er die große Bedeutung der zahlreichen Vereine, die das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde tragen.
Bürokratieabbau als gemeinsames Ziel
Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs war der Bürokratieabbau. Beide waren sich einig, dass Kommunen von schlankeren Verwaltungsstrukturen und deutlich weniger Berichtspflichten profitieren würden. Einsparpotenziale sehen sie sowohl auf staatlicher Ebene als auch innerhalb der kommunalen Verwaltung. Gerade kleinere Gemeinden benötigten mehr Handlungsspielräume statt zusätzlicher Bürokratie.
Barrierefreiheit: Vorgaben auf dem Prüfstand
Als Beispiel für überzogene Vorgaben nannte Bürgermeister Hammer die geplante Unterbringung der vierten Kindergartengruppe. Hier müsse unter anderem ein Aufzug eingebaut werden, um das Gebäude vollständig barrierefrei zu gestalten – obwohl noch gar nicht feststehe, ob die Gruppe überhaupt dauerhaft im Obergeschoss untergebracht werde und alternative Zugangsmöglichkeiten vorhanden seien. Solche Vorgaben erschwerten aus Sicht beider Gesprächspartner die Umsetzung dringend benötigter Projekte erheblich.
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