Die Machbarkeitsstudie in Weiden-Ost geht in die Antragsstellung

Die Machbarkeitsstudie in Weiden-Ost geht in die Antragsstellung
Ein Areal im Weidener Osten umfasst unter anderem ein Seniorenheim, das Kepler-Gymnasium, eine Grundschule, die OTH Amberg-Weiden, FOS/BOS, eine Tennishalle und größere Wohnanlagen. Deshalb starteten dort die Stadtwerke Weiden die Planung eines ersten Nahwärmenetzes mit Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) in Weiden.
Stadtwerke planen Nahwärmenetz in Weiden-Ost
Dazu begrüßte der CSU-Ortsvorsitzende von Weiden-Ost, Hans Forster, in der „Almhütte“ den Leiter der Stadtwerke Weiden, Dipl.-Ing. Michael Kreis, der Einblick in die großen Herausforderungen gab. Zukünftig erfolgt der Wandel von den hauptsächlich als Gasanbieter tätigen Stadtwerken hin zur kommunalen Wärmeplanung mit der Belieferung des Fernwärmenetzes. Ziel der Veränderungen ist die klimaneutrale Wärmeversorgung mit geringerem Verbrauch durch Gebäudedämmung und die Umstellung auf erneuerbare Energien mit Fernwärme.
Kreis rechnet mit etwa 210 Kilometern Wärmenetz für ganz Weiden. Dafür werden 140 Megawatt Erzeugerleistung und eine Gesamtinvestition von fast 300 Millionen Euro bis zum Endausbau im Jahr 2040 erwartet. Für Weiden-Ost veranschlagt der Stadtwerkeleiter bis zu 15 Millionen Investitionssumme bei sieben Millionen staatlicher Förderung in einem Ringnetz und einer voraussichtlichen Trassenlänge von 5.100 Metern.
Machbarkeitsstudie, Förderung und nächste Schritte
In Weiden-Ost ist die BEW-Machbarkeitsstudie abgeschlossen mit Wärmepotenzialanalyse; dazu zählen erneuerbare Energien wie zum Beispiel die Nutzung von Luftwärmepumpen aus der Umgebungsluft sowie Flusswasserpumpen in der Waldnaab und Kraftwerke. Insgesamt umfasst das Areal in Weiden-Ost 226 Gebäude mit den großen Ankerkunden, wie eingangs im Bericht erwähnt. Die Einspeisepunkte werden am Kepler-Gymnasium und am Alten Volkfestplatz geplant. Der Wärmebedarf von 11.090.000 kWh/a wird veranschlagt, was einer Wärmebedarfsdichte von 2.190 kWh/m*a entspricht. Ab einer Dichte von 1.500 kWh/a beginnt die Wirtschaftlichkeit, erläuterte Kreis. Die Antragstellung für Weiden-Ost liegt nach Abschluss der Machbarkeitsstudie in Berlin zur Genehmigung; wegen der Auftragsflut vieler Städte ist mit einer langen Bearbeitungszeit zu rechnen.
Das Aufzeigen wichtiger Perspektiven durch die Stadtwerke in der Wärmeplanung hob CSU-OB-Kandidat Dr. Benjamin Zeitler hervor. Gesetzliche Rahmenbedingungen spielen ebenso wie die Preisfrage eine entscheidende Rolle, um als Stadt die Wärmewende zu gestalten. Es wird eine Herausforderung sein, ist aber der richtige Weg mit der Abkehr von aktuell 95 Prozent an fossilen Brennstoffen in Weiden hin zu regenerativen Alternativen. In Zusammenarbeit mit öffentlichen Trägern, Bürgern und den Stadtwerken wird dies gelingen. Auch ein nachträglicher Anschluss an das Wärmenetz ist möglich, mit Stichleitungen, erläuterte Michael Kreis in der Diskussion. Ein Wohnquartier am Hammerweg wurde bereits mit Fernwärmetechnik versorgt.


