Gemeinderat gibt grünes Licht für Solarpark in Vorbach

Gemeinderat gibt grünes Licht für Solarpark in Vorbach
Sonnenschein gab es genug im Hitzesommer 2026. Für die Befürworter von Solarkraftwerken ist das ein Grund mehr, den Bau von PV-Freiflächenanlagen anzumahnen. Aber nur im begrenzten Umfang, empfindet der Vorbacher Gemeinderat als sinnvoll.
Gemeinderat Vorbach begrenzt Solarpark-Pläne
Erneuerbare Energien, Sonnenstrom, Klimawandel, PV-Freiflächen und damit verbunden der Verlust landwirtschaftlicher Nutzflächen und Vorwürfe der Goldgräbermentalität: Das geplante Sonnenkraftwerk zwischen Oberbibrach und Grün löste im Gemeinderat, aber auch in der Bevölkerung seit dem Planungsstart vor fünf Jahren gemischte Gefühle aus. Das Großprojekt mit zunächst bis zu 20 Hektar Überbauung bei 27 Hektar Gesamtfläche führte von Anfang an mit Blick auf die Raum- und Bauleitplanung, auf Biodiversität, Landschaftsschutz und Blendwirkungen zu vielen kritischen Fragen.
Kritik, Flächenreduzierung und Planungsweg
Für den Gemeinderat ist das Vorhaben seit fünf Jahren ein Dauerthema und für viele Kritiker eine Belastung für Mensch und Tier, wie es in einer Bürgerversammlung hieß. Nachdem das Vorhaben 2021 erstmals im Gemeinderat vorgestellt worden war, wichen die örtlichen Lichtblicke auf eine glorreiche Energiewende zunehmend der Ernüchterung. Dem „überdimensionierten Wahnsinn“, so einige Bewertungen in der Bürgerversammlung, folgte schließlich Ende 2025 im Gemeinderat ein Beschluss zur Flächenreduzierung. Im Rahmen seiner Planungshoheit reduzierte das Gremium die Wünsche des Grundstückseigentümers und des Investors ENMAG auf weniger als die Hälfte der angedachten Modulflächen.
Diese Entscheidung vollzog der Rat nach Abschluss aller Verfahrensschritte bei zwei Gegenstimmen mit dem formellen Beschluss zur Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes „Solarpark Oberbibrach“ und der Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren. Ebenso bei zwei Gegenstimmen ging dem Beschluss die Zustimmung für einen Durchführungsvertrag voraus, der den Vorhabenträger ENMAG verpflichtet, die Errichtung der PV-Freiflächenanlage östlich der Gemeindeverbindungsstraße Oberbibrach–Grün im Rahmen der Planvorgaben auf eigene Kosten umzusetzen.
Weiterer Solarpark in Schlammersdorf geplant
Keine Diskussionen gab es zu einer PV-Freiflächen-Offensive in der Nachbargemeinde. Im Gemeindegebiet Schlammersdorf plant gleichfalls die Firma ENMAG als Projektträger bei Menzlas den Bau eines Sonnenkraftwerks. Der „Energiepark Schlammersdorf“ liegt nur wenige hundert Meter vom Vorbacher Gemeindegebiet entfernt und ist auf circa 18 Hektar Grundstücksfläche ausgelegt. Im Rahmen der Verfahrensbeteiligung nahm der Rat bei einer Gegenstimme die Planungen zur Kenntnis.
Keine Zuschüsse für laufende Betriebskosten
Auf wenig Gegenliebe stieß im Gremium ein Antrag des FC Vorbach an die Gemeinde, zu den extrem hohen Stromkosten in den Jahren 2024 und 2025 in Höhe von jährlich bis zu 7.300 Euro einen Zuschuss zu gewähren. Aus grundsätzlichen Erwägungen lehnte der Rat Gemeindezuschüsse für laufende Gebäudeunterhalts- und Betriebskosten ab.
Wegebezeichnung in Vorbach vertagt
Eine Namensgebung für die Wegeverbindung vom Friedhof Vorbach entlang des Sportgeländes zum Wasserhaus vertagte die Ratsversammlung. Der Weg bedarf der öffentlichen Widmung, informierte Bürgermeister Alexander Goller nach Hinweisen durch das Landratsamt. Als mögliche Namensgebung empfahl der Sitzungsleiter mit Blick auf historische Wegeverbindungen den Straßennamen „Ramlesreuther Weg“. Auch der Straßenname „Am Sportplatz“ stand zur Diskussion. Weitere Vorschläge erwartet Alexander Goller bis zu einer Entscheidung in der nächsten Gemeinderatssitzung.
Glücksfall ILE: Fördermittel und Projektideen
Viel Anerkennung gab es für die Arbeit des Verbundes der Integrierten ländlichen Entwicklung (ILE) im Vierstädtedreieck. „Ein Glücksfall für die Gemeinden“, so die Anmerkung des Bürgermeisters. Die Mitgliedschaft möchte auch die Gemeinde Vorbach nicht missen. Sie eröffnet den Zugang zu Fördermitteln für Kleinprojekte. Als jüngstes Beispiel erinnerte der Gemeindechef an die Projektförderung für den Pavillon an der Grundschule in Oberbibrach. Den „ILE-Segen“ verband der Gemeindechef mit der Aufforderung an alle Akteure, Überlegungen zu Projektanträgen für 2027 an die Gemeinde weiterzuleiten.
Zustimmung gab es aus dem Gremium zum künftigen Finanzierungsanteil an den ILE-Personalkosten für den nächsten Fünf-Jahres-Zeitraum bis 2031. Nach Abzug der staatlichen Förderung verbleibt der Kommune auf Basis der Einwohnerzahl ein Beitrag von 11.655 Euro für insgesamt fünf Jahre. Zur Kenntnis nahm das Gremium die Entscheidung des Bürgermeisters zur Erhöhung des Gemeindezuschusses von 50 auf 60 Cent je Einwohner für die Arbeit der Selbsthilfeorganisation „Gemeinschaft – Generationen Hand in Hand (GEHIH)“. Die Aufwendungen für die Gemeinde betragen jährlich 107 Euro.
Anfragen aus dem Gemeinderat
Im Anfragenteil erinnerte Ratsmitglied Christian Friedrich an einen Fahrplan für die Haushaltsberatungen. Florian Plößner mahnte die überfällige Bürgerversammlung an.
Bebauungsplan schafft Baurecht für Solarpark
Mit dem Abschluss eines Durchführungsvertrages und der Zustimmung zum Bebauungsplan „Solarpark Oberbibrach“ bei Grün durch den Vorbacher Gemeinderat steht dem PV-Großprojekt nach fünf Jahren Planungsphase baurechtlich nichts mehr im Wege. Mit der Flächenreduzierung auf nunmehr östlich der Gemeindeverbindungsstraße Oberbibrach–Grün liegende Grundstücke bleibt der Bevölkerung das einladende Landschaftsbild bei Grün erhalten.
Wenn Du OberpfalzECHO als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für Dich auf.
Füge jetzt OberpfalzECHO Deinen Quellen hinzu!




