Stadtstrand: Ein erstes Fazit. Initiatoren und Gastronomie sehr zufrieden.
Stadtstrand: Ein erstes Fazit. Initiatoren und Gastronomie sehr zufrieden.
Der Stadtstrand Weiden 2026 ist vorbei. Elf Tage hatte die Bevölkerung aus Stadt und Land Gelegenheit Urlaubsfeeling am Max-Reger-Park zu genießen. Das erste Fazit der Initiatoren und des Gastronomen fällt sehr positiv aus. Noch vor Auswertung der gesammelten Fakten gehen die Beteiligten vorsichtig optimistisch davon aus, dass eine Wiederholung im Sommer 2027 stattfinden könnte.
Familien entdecken den Stadtstrand
Tagsüber waren viele Familien mit Kindern am Stadtstrand zu Gast. Dabei zeigte sich der Kinderspielplatz im Max-Reger-Park als ideale Ergänzung. Auch Senioren besuchten den Stadtstrand vor allem während der Tagesstunden.
Am Abend änderte sich das Bild. Dann entwickelte sich die sommerliche Eventlocation insbesondere für jüngere Besucher zu einem Anziehungspunkt. In der Gastronomie waren Slushies bei den Kindern der Renner. Die Erwachsenen genossen sommerliche Drinks. Alkoholische und alkoholfreie Getränke hielten sich dabei ungefähr die Waage. Tagsüber waren dagegen fast ausschließlich alkoholfreie Getränke gefragt.
Zusatzangebote wurden gerne genutzt.
An südlichen Stränden vertreiben sich die Urlauber gerne die Zeit mit Boccia-Kugeln. Die Veranstalter stellten deshalb gerne für Erwachsene und Jugendliche die entsprechende Ausrüstung kostenlos bereit.
Auch das Schachbrett in der Kurt-Schumacher-Anlage erwies sich als Anziehungspunkt. Für die kleinen Gäste stand Sandkastenspielzeug zur Verfügung, das fleißig genutzt wurde.
Einen unerfreulichen Zwischenfall gab es allerdings bereits am ersten Abend: Das bereitgestellte Federballset wurde gestohlen.
Öffnungszeiten des Stadtstrands haben sich bewährt
Die Öffnungszeiten erwiesen sich während des Probelaufs als gut gewählt. Schon am Nachmittag war reger Besuch zu verzeichnen. Am Abend verließen die meisten Gäste das Gelände pünktlich. Es gab allerdings auch Besucher, die gerne noch länger geblieben wären.
Wie zu erwarten, war der Stadtstrand stark vom Wetter abhängig. Zwei Veranstaltungstage fielen regelrecht ins Wasser. Trotzdem zeigten sich die Veranstalter zufrieden, denn das Spätsommerwetter lud an den meisten Tagen zu einem Besuch ein.
Besonders positiv fiel das Verhalten des Publikums auf. Die Veranstalter berichten von freundlichen und entspannten Gästen. Exzesse habe es nicht gegeben. Die Atmosphäre sei immer ruhig und angenehm geblieben.
Fabian Kleinert: Fehlender Wasseranschluss erschwert Gastronomie
Fabian Kleinert vom Kir Royal sieht den Standort grundsätzlich positiv, weist aber auf ein praktisches Problem hin: Am Stadtstrand war kein Wasseranschluss vorhanden.
„Wir mussten immer wieder Wasser zum Abspülen der Gläser heranschaffen beziehungsweise nach Veranstaltungsende das Geschirr im Kir Royal reinigen.“ (Kir Royal Betreiber Fabian Kleinert)
Bei der Lautstärke habe man streng darauf geachtet, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen. Kleinert verbindet seine positive Bilanz deshalb mit einem Wunsch an die Stadt: Der Stadtstrand sollte keine einmalige Veranstaltung bleiben.
Für ihn war das Projekt insgesamt eine gelungene Ergänzung zu den zahlreichen Aktivitäten, die für die Bürger in Weiden angeboten werden.
Viele Studierende der OTH Amberg-Weiden unter den Gästen
Kleinert stellte unter den Besuchern auch viele Studierende der OTH Amberg-Weiden fest. Einen Wermutstropfen sieht er darin, dass keine Möglichkeit geschaffen werden konnte, den Stadtstrand unmittelbar mit Wasser oder einer Bademöglichkeit zu verbinden.
Als Beispiel nennt er Nürnberg. Dort befindet sich auf der „Insel Schütt“ zwischen den beiden Pegnitzarmen ein sommerlicher Stadtstrand. Der Nürnberger sogenannte „Lieblingsstrand“ ist Bestandteil der Sommerevents in der fränkischen Hauptstadt und verbindet Sand, Palmen und Liegestühle mit der unmittelbaren Lage an der Pegnitz.
Philipp Roider: „Der Park hat davon profitiert“
Auch Stadtrat und JU-Vorsitzender Philipp Roider, Mitinitiator des Projekts gemeinsam mit der Bürgerliste Weiden und deren Vorsitzendem Jürgen Meyer, spricht von einem positiven Ereignis für die Stadt. Bei seinen Besuchen habe er festgestellt, dass stets gut etwas los gewesen sei. Viele Gäste seien zudem nicht nur einmal, sondern mehrfach gekommen.
„Wir haben vermutet und gehofft, dass der Stadtstrand ein Erfolg und eine Ergänzung für das städtische Leben in Weiden ist, und sind nicht überrascht, dass es genauso eingetroffen ist.“ (JU-Stadtrat Philipp Roider)
Den Standort bezeichnet Roider zwar als Kompromiss. Er kann sich aber durchaus vorstellen, den Stadtstrand dort in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.
Auch der Park selbst habe von dem Projekt profitiert. Eine besondere Überraschung sei gewesen, dass viele Besucher mit dem Fahrrad zum Stadtstrand kamen.
Umfrage und Erfahrungen werden ausgewertet
Nach dem Rückbau beginnt die eigentliche Auswertung des Probelaufs. Dabei sollen die Ergebnisse der Instagram-Umfrage ebenso berücksichtigt werden wie die Stimmen der Besucher, die Erfahrungen der Gastronomie und die Rückmeldungen der Anwohner.
Gute Idee mit „Luft nach oben“
Auch Stadtrat und Vorsitzender des SPD-Stadtverbands Weiden, Christopher Birner, spricht von einer gelungenen Veranstaltung.
„Ich fand die Idee super, glaube aber, dass bei der Umsetzung noch Luft nach oben ist.“ (SPD-Stadtrat Christopher Birner)
Während seines Studiums in Hamburg lernte Birner die Idee eines Stadtstrandes kennen. Die bekannte Strandperle in Övelgönne ist allerdings nicht unmittelbar mit dem Weidener Projekt vergleichbar: Sie ist ein dauerhafter gastronomischer Betrieb am natürlichen Elbstrand. Dennoch vermittelt auch sie mitten in einer Großstadt das von Stadtstränden angestrebte Urlaubsgefühl.
„Stadtsand“ statt „Stadtstrand“ Weiden?
Aufgrund des fehlenden Wasserlaufs oder einer Bademöglichkeit bezeichnet Birner den Weidener Probelauf scherzhaft eher als „Stadtsand“ denn als „Stadtstrand“.
Für eine mögliche Neuauflage hat er weitere Vorschläge. Seiner Ansicht nach fand der Probelauf zu spät im Jahr statt. Künftig sollte der Stadtstrand deshalb bereits während der großen Ferien angeboten werden.
Auch das gastronomische Angebot könnte Birner zufolge erweitert werden. Neben Getränken sollten beispielsweise auch Brotzeiten angeboten werden.
SPD fordert Transparenz bei den Kosten
Klärungsbedarf sieht Birner bei den Kosten des Stadtstrands. Nach seiner Einschätzung ist darüber bislang zu wenig in der Öffentlichkeit bekannt. Um gegenüber den Bürgern größtmögliche Transparenz zu schaffen, hat Hildegard Ziegler im Namen der SPD-Fraktion eine schriftliche Anfrage an Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler zum Kostenaufwand gestellt. Eine Antwort wird in Kürze erwartet.
Birner bemängelt außerdem, dass es im Vorfeld keine offizielle Aussprache über das Projekt in einer Stadtratssitzung gegeben habe.
Stadtstrand Weiden: Positive Bilanz nach dem Probelauf
Fazit Stadtstrand Weiden: Nach dem ersten Probelauf überwiegen deutlich die positiven Erfahrungen. Der Stadtstrand erreichte unterschiedliche Altersgruppen und brachte zusätzliches Leben in den Max-Reger-Park. Spielplatz, Schachangebot und entspannte Loungemusik sowie die zentrale Lage machten das Experiment sehr erfolgreich. Gleichzeitig lieferte der Versuch Erkenntnisse darüber, was bei einer Neuauflage verbessert werden könnte.
Ob und in welcher Form der Stadtstrand Weiden im kommenden Jahr zurückkehrt, soll nach der Auswertung aller Erfahrungen beraten werden. Das erste Fazit liefert jedenfalls zahlreiche Argumente für eine Fortsetzung.



