Gedenkandacht in Tirschenreuth für verstorbene Drogengebrauchende

Gedenkandacht in Tirschenreuth für verstorbene Drogengebrauchende
Am 21. Juli ist der internationale Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende. Auch in der Oberpfalz ist dieses Thema von Bedeutung: Im Jahr 2025 wurden in der Oberpfalz 27 Rauschgifttodesfälle registriert, das Durchschnittsalter der Verstorbenen lag bei 40 Jahren. Die Caritas-Fachambulanzen für Suchtprobleme in Tirschenreuth und Weiden-Neustadt gedenken der Verstorbenen am Dienstag, den 21. Juli 2026, von 10 bis 10.30 Uhr mit einer Andacht in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth. Die Andacht wird von Pfarrer Georg Flierl gestaltet. Im Anschluss an die Andacht ist eine symbolische Aktion geplant. Ein mit Rosen geschmücktes Kreuz wird am Maximilianplatz aufgestellt und steht symbolisch für die Zahl der Opfer im Bereich Tirschenreuth, Weiden und Neustadt/WN. Zudem werden über den JES-Bundesverband (Junkies, Ehemalige und Substituierte) sogenannte Wristbands als Zeichen der Solidarität vor Ort kostenlos zur Mitnahme angeboten.
Unterstützungsangebote der Caritas-Fachambulanz
Die Fachambulanz der Caritas unterstützt Menschen mit Suchterkrankungen sowie deren Angehörige bei Problemen im Zusammenhang mit Alkohol, illegalen Drogen oder Essstörungen. In den letzten Jahren wurden im Schnitt in der Fachambulanz Tirschenreuth 200 bis 250 Menschen begleitet und betreut. Das Angebot umfasst Einzelberatung, Selbsthilfegruppen, Besuche im Bezirksklinikum sowie ambulante Nachsorge nach stationären Aufenthalten.
„Der Tod dieser Personen wäre vermeidbar gewesen“, betont Myriam Vogtmann von der Fachambulanz für Suchtprobleme der Caritas Tirschenreuth-Wunsiedel. Viele der Verstorbenen hatten über einen längeren Zeitraum Substanzen wie Cannabis, Crystal Meth, Heroin, Kokain oder Ecstasy konsumiert.
Selbsthilfegruppe „Nemesis“ in Mitterteich
Zudem bietet die Fachambulanz eine angeleitete Selbsthilfegruppe für Konsumierende illegaler Drogen an. Die Gruppe „Nemesis“ findet jeden zweiten Dienstag von 17.30 bis 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus in Mitterteich statt. Die Beratungsgespräche sind kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht.
„Niemand sollte sich für seinen Konsum schämen. Wir verurteilen niemanden für sein Suchtverhalten. Der erste Kontakt kann im Zweifelsfall Leben retten“, so Vogtmann.
Gefahren durch hochpotente Substanzen
Die Fachambulanz weist zudem darauf hin, dass auch hochpotente Opioide und synthetische Substanzen, die zunehmend auch über E-Zigaretten konsumiert werden, eine erhebliche Gefahr darstellen. Bereits geringe Mengen können lebensbedrohliche Folgen haben.
Die Verstorbenen in der Region waren zuletzt zwischen 19 und 55 Jahre alt, das Durchschnittsalter lag bei etwa 40 Jahren. Bayernweit wurden im Jahr 2025 insgesamt 246 Rauschgifttodesfälle registriert, davon 27 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz.
Einladung zur Andacht und Kontakt
Angehörige und Freunde von verstorbenen Drogengebrauchenden sind herzlich eingeladen, an der Gedenkandacht teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns und der Solidarität zu setzen.
Betroffene können selbstverständlich auch kostenlos und unverbindlich einen Termin bei der Fachambulanz für Suchtprobleme vereinbaren unter Tel. 09631 798910 oder per E-Mail an beratung@suchtambulanz-tirschenreuth.de.
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