Trotz Trainerwechsel: Blue Devils kämpfen sich in Kaufbeuren zum Sieg
Trotz Trainerwechsel: Blue Devils kämpfen sich in Kaufbeuren zum Sieg
ESV Kaufbeuren – Blue Devils Weiden 2:3 SO (1:1/0:0/1:1/0:0)
In der Energie-Schwaben-Arena trafen die ESV Kaufbeuren auf die Blue Devils Weiden. Die Oberpfälzer hatten sich am Mittag von Cheftrainer Sebastian Buchwieser getrennt. Sportlicher Leiter Jürgen Rumrich übernahm als Interimstrainer. Im Tor stand Michael McNiven, Verteidiger Maximilian Kolb feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback. Zudem pausierte Zach Tsekos aufgrund der Ausländerregel. Beide Teams kamen aus einer Negativserie und hofften auf einen Sieg.
Blitzstart der Joker, später Ausgleich der Blue Devils
Bereits nach zwei Minuten nutzte der ESV Kaufbeuren einen Fehlpass eiskalt zur frühen 1:0 Führung. Die Partie nahm sofort Tempo auf und in der vierten Minute stand Kaufbeurens Schlussmann Daniel Fießinger gleich mehrfach im Mittelpunkt, als Tyler Ward ihn mit schnellen Abschlüssen forderte. Der Torhüter der Joker blieb jedoch aufmerksam und hielt sein Team in Führung. Kurz darauf bot sich auch den Blue Devils Weiden die große Chance auf den Ausgleich, doch am langen Pfosten fehlten nur wenige Zentimeter. Mit zunehmender Spieldauer fanden die Oberpfälzer besser in ihren Rhythmus, während Kaufbeuren defensiv kompakt blieb und wenig zuließ.
Nach dem Powerbreak setzte Ward erneut ein Ausrufezeichen, als er nur den Außenpfosten traf, ehe Kaufbeuren im Gegenzug wieder gefährlich vor dem Weidener Tor auftauchte, dort aber gestoppt wurde. Insgesamt traten die Gäste nach dem frühen Rückstand aktiver auf und erhöhten spürbar den Druck, während die Joker immer wieder gezielte Nadelstiche setzten, zunächst jedoch ohne Ertrag. Die Mühen der Blue Devils wurden schließlich kurz vor der Sirene belohnt: Sechs Sekunden vor Ende des Drittels traf Noah Samanski zum verdienten 1:1-Ausgleich. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause.
Druckphase der Joker, Weiden hält dagegen
Die Kaufbeurer kamen mit viel Schwung aus der Kabine und hatten gleich im ersten Wechsel eine Großchance, doch ein Angreifer des ESV verpasste es, den Puck im leeren Tor unterzubringen. Wenige Minuten später lauerte Tyson McLellan im Slot, setzte energisch nach, schoss den Puck aber knapp vorbei. Die Joker zogen nun spürbar das Tempo an und drängten auf die erneute Führung. Auf der Gegenseite versuchte es Fabian Voit aus der Distanz, doch Daniel Fießinger hatte freie Sicht und griff sicher zu. Nach einem Scheibenverlust der Blue Devils zog wenig später ein Kaufbeurer von der blauen Linie ab, doch sein Schuss traf nur den Außenpfosten. Kurz vor der Pause häuften sich weitere gute Aktionen der Hausherren, die nun deutlich offensiver agierten als im ersten Abschnitt.
Unmittelbar nach der Pause setzten die Blue Devils ihrerseits ein Zeichen: Cedric Schiemenz legte für Luca Gläser auf, dessen Abschluss allerdings nur den Außenpfosten streifte. In der 32. Minute gab es die ersten Strafminuten. Tom Schwarz musste wegen Beinstellens und übertriebener Härte gleich doppelt auf die Strafbank, Rio Kaiser erhielt ebenfalls zwei Minuten, sodass Kaufbeuren zum ersten Powerplay kamen. Die Blue Devils verteidigten jedoch kompakt, schlossen die Räume konsequent und überstanden die Unterzahl ohne Gegentreffer. Danach suchten die Oberpfälzer wieder mutig den Weg nach vorne, doch Fießinger blieb bei allen Abschlüssen souverän. Kurz vor der Sirene kassierte schließlich Georg Thal eine Zwei-Minuten-Strafe wegen eines Stockschlags. Die letzte Spielminute übersteht Weiden problemlos und so geht es mit 40 Sekunden Überzahl für Kaufbeuren in die zweite Pause. Insgesamt präsentierten sich die Hausherren im Mitteldrittel klar spielbestimmender, doch Weidens Defensive hielt dem Druck stand.
Später Ausgleich der Blue Devils erzwingt die Verlängerung
Die Blue Devils Weiden starteten mit 40 Sekunden Unterzahl in den Schlussabschnitt, überstanden diese Phase jedoch ohne Schaden. In den ersten Minuten wirkte das Spiel beider Mannschaften etwas zerfahren, ehe Maximilian Kolb von der blauen Linie für Weiden Maß nahm und erneut nur den Pfosten traf. In der Folge erspielte sich der ESV Kaufbeuren mehrere gute Möglichkeiten und erhöhte den Druck spürbar. In der 48. Minute zog Cedric Schiemenz von rechts entschlossen nach innen und prüfte Daniel Fießinger mit einem scharfen Abschluss. Doch nur wenig später klingelte es im Kasten der Gäste: Nach einer unübersichtlichen Szene vor dem Tor nutzte Paul Mayer seine Gelegenheit und brachte die Joker mit 2:1 in Führung.
Kaufbeuren ließ anschließend sogar das mögliche 3:1 liegen, als ein Joker-Angreifer in der 51. Minute das halbleere Tor verfehlte. Weiden gab sich jedoch nicht auf und kam in der Schlussphase noch zu mehreren Abschlüssen, fand dabei aber immer wieder seinen Meister in einem starken Daniel Fießinger. Zwei Minuten vor dem Ende leistete sich der ESVK schließlich die erste Strafzeit des Drittels: Jonas Fischer musste wegen Haltens des Stocks auf die Strafbank. Die Blue Devils nahmen ihren Torhüter vom Eis und setzten im 6-gegen-4 alles auf eine Karte. Der Mut wurde belohnt: 54 Sekunden vor der Sirene traf Ales-Olivier Voyer zum viel umjubelten Ausgleich. Mit dem 2:2 ging es in die Verlängerung.
Hitzige Overtime ohne Entscheidung
In der Verlängerung bot sich Tommy Muck früh die große Chance, das Spiel zu entscheiden, doch Daniel Fießinger reagierte stark und verhinderte den Treffer. In der Folge setzten die Blue Devils Weiden vor allem in der Offensive Akzente, während der ESV Kaufbeuren zwar viel Scheibenbesitz hatte, aber kaum gefährlich zum Abschluss kam. Als Rio Kaiser plötzlich frei vor dem Tor auftauchte, bewahrte Michael McNiven die Ruhe und entschärfte die Situation. Im direkten Gegenzug lag die Entscheidung in der Luft, doch erneut traf Tyler Ward nur den Pfosten. In der letzten Sekunde der Verlängerung kassierte Fabian Ribnitzky noch eine Zwei-Minuten-Strafe wegen Stockschlags. Anschließend gab es nach einem Faustkampf zwischen Dominik Bohac und Max Oswald jeweils fünf Minuten wegen „Fighting”. Eine Entscheidung fiel jedoch nicht mehr – das Spiel musste im Penaltyschießen entschieden werden.
Eiskalte Nerven vom Punkt
Den Anfang im Penaltyschießen machte Yannik Burghart vom ESV Kaufbeuren, doch Michael McNiven behielt die Oberhand und parierte sicher. Auf der Gegenseite übernahm Tyler Ward die Verantwortung für die Blue Devils Weiden und verwandelte seinen Versuch souverän. Auch beim zweiten Penalty blieb McNiven unüberwindbar, als Sami Blomqvist an ihm scheiterte. Weiden konnte den Vorsprung zunächst jedoch nicht ausbauen, da Alex-Olivier Voyer seinen Penalty an Daniel Fießinger vergab, der stark parierte. Im dritten Durchgang nutzte schließlich Tyson McLellan seine Chance und glich zum 1:1 aus. Die Entscheidung brachte wenig später Cedric Schiemenz, der eiskalt verwandelte und damit den Sieg der Blue Devils Weiden im Penaltyschießen perfekt machte.
ESV Kaufbeuren – Blue Devils Weiden 0:0
Tore:
1:0 Jere Laaksonen (2.), 1:1 Noah Samanski (20.), 2:1 Paul Mayer (49.), 2:2 Alex-Olivier Voyer (60.)
Strafminuten:
9 – 13
Zuschauer:
2103







