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Geschäftsklima steigt, Auslastung sinkt im Handwerk in Regensburg

Regensburg. Ostbayerns Handwerk zeigt vorsichtigen Optimismus. Der Geschäftsklima-Index steigt im ersten Quartal 2026 auf den Wert sechs, doch Auslastung und Umsätze bleiben schwach; die HWK warnt vor einer nur gefühlten Belebung.

Regensburg. Ostbayerns Handwerk zeigt vorsichtigen Optimismus. Der Geschäftsklima-Index steigt im ersten Quartal 2026 auf den Wert sechs, doch Auslastung und Umsätze bleiben schwach; die HWK warnt vor einer nur gefühlten Belebung.
Die Zahl der Betriebe im Baubereich mit negativer Auftragsentwicklung bleibt weiterhin hoch. Foto: Robert Kneschke

Geschäftsklima steigt, Auslastung sinkt im Handwerk in Regensburg

Das ostbayerische Handwerk übt sich in Zweckoptimismus, obwohl sich die aktuelle Geschäftslage zumindest bei einem Teil der Betriebe verschlechterte. Der Geschäftsklimaindex ist im ersten Quartal 2026 zwar auf einen Wert von sechs und somit in den positiven Bereich angestiegen, HWK-Präsident Dr. Georg Haber bewertet die Zahlen des aktuellen Konjunkturberichts der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz dennoch verhalten: „Dieser Wert lässt zwar auf eine leichte konjunkturelle Belebung schließen, allerdings beruht er gegenwärtig nur auf einem Vertrauensvorschuss der Betriebe und nicht auf einer tatsächlich besseren Geschäftslage“, so Haber. Die meisten Handwerksunternehmer schätzen ihre Geschäftserwartungen laut Befragung lediglich etwas weniger pessimistisch ein als noch im letzten Quartal. „Viele von ihnen hoffen schlichtweg auf die versprochenen Strukturreformen, die endlich für den notwendigen Aufbruch und spürbares Wachstum im Land sorgen könnten.“

Keine nachhaltige Trendwende in Sicht

Buchstäblich lassen die Zahlen des aktuellen Konjunkturberichts noch auf keinen wirklichen Turnaround schließen. Die Betriebsauslastung ging im ersten Quartal 2026 zurück. Dabei zeigt sich, dass rund ein Fünftel der Betriebe (18 Prozent) zuletzt nur maximal zur Hälfte ausgelastet war. Ähnlich stellt sich die Situation bei der Umsatzentwicklung dar. Hier musste ein wachsender Teil der Betriebe in den Wintermonaten Rückgänge verbuchen. Rund die Hälfte der Betriebe (49 Prozent) hielt ihren Umsatz stabil.

Die Investitionsbereitschaft ließ in Teilen des Handwerks zu Jahresbeginn etwas nach. Dies betraf vorwiegend Gruppen, in denen der Investitionsanteil zum Jahresende besonders hoch war, zum Beispiel im Bauhauptgewerbe oder im Lebensmittelgewerbe. Zuletzt investierten dennoch 39 Prozent aller Handwerksbetriebe.

Beschäftigtenzahlen leicht rückläufig

Vor allem im Bauhauptgewerbe entwickelte sich die Beschäftigtenzahl zu Jahresbeginn saisontypisch bei mehr Betrieben rückläufig. Gleichzeitig reduzierte in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf ebenfalls jeder dritte Betrieb (34 Prozent) seinen Personalbestand. Das sind so viele Betriebe wie seit Jahren nicht mehr.

Jürgen Kilger, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, verweist dennoch auf die generell hohe Motivation der Betriebsinhaber, ihre Mitarbeiter zu halten: „Unsere Umfragen zeigen, dass auch wieder etwas mehr Betriebe ihre Beschäftigtenzahl erhöhen oder zumindest stabil halten möchten.“ Dies betreffe hauptsächlich die Betriebe, die für das zweite Quartal des Jahres auf steigende Auftragseingänge (24 Prozent aller Betriebe) sowie wachsende Umsätze (32 Prozent) hoffen.

Viele Betriebe kämpfen mit schwacher Nachfrage

Aktuell legten die Auftragseingänge bei rund jedem fünften Handwerksunternehmen (19 Prozent) zu und damit bei etwas mehr Betrieben als in den Vorquartalen. Von dieser Entwicklung können jedoch bei Weitem nicht alle Betriebe in der Breite profitieren. Sowohl im Bauhauptgewerbe (28 Prozent aller Betriebe) als auch im Ausbaugewerbe (20 Prozent) verbuchen beispielsweise wieder etwas mehr Betriebe Auftragszuwächse. Gleichzeitig bleibt die Zahl der Betriebe im Baubereich mit negativer Auftragsentwicklung aber weiterhin hoch und überwiegt die Zahl derjenigen mit einem Auftragsplus. Ähnlich stellt sich die Entwicklung in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf dar. Auch in den anderen Handwerksgruppen kämpfen etliche Betriebe mit einer schwachen Nachfrage.

Spedition Wagner
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Aktuelle Lage birgt erhebliches Konjunkturrisiko

Steigende Auftragseingänge führten insgesamt zwar wieder zu etwas höheren Auftragsbeständen, gleichzeitig bewertet jeder vierte Betrieb (26 Prozent) seinen Auftragsbestand als unterdurchschnittlich. Für Dr. Georg Haber zeichnet sich angesichts des uneinheitlichen Bildes im ostbayerischen Handwerk daher keine nachhaltige Trendwende ab. „Trotz des bevorstehenden Frühjahrsquartals und der üblicherweise damit verbundenen weiteren konjunkturellen Belebung überwiegen die Betriebe mit positiven Prognosen nicht diejenigen, die von einer weiteren Verschlechterung ausgehen. Die anhaltend angespannte gesamtwirtschaftliche Lage sowie aktuelle geopolitische Konflikte – verbunden mit weiter steigenden Preisen – verunsichern auch das Handwerk und bergen ein erhebliches Konjunkturrisiko“, fasst der Kammerpräsident den aktuellen Konjunkturbericht zusammen.