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Jens Meyer ist jetzt Alt-Oberbürgermeister -Weiden verabschiedet 17 Stadträte

Weiden. OB Benjamin Zeitler hat bei einem Ehrenempfang Jens Meyer zum Alt-Oberbürgermeister der Stadt Weiden ernannt. Am Montagabend wurden im Alten Rathaus 17 Stadträte verabschiedet, die aus dem Gremium – freiwillig und unfreiwillig – ausgeschieden sind.

Weiden. OB Benjamin Zeitler hat bei einem Ehrenempfang Jens Meyer zum Alt-Oberbürgermeister der Stadt Weiden ernannt. Am Montagabend wurden im Alten Rathaus 17 Stadträte verabschiedet, die aus dem Gremium – freiwillig und unfreiwillig – ausgeschieden sind.
Alt-OB Jens Meyer mit seiner Frau Kathrin und den Söhnen Jonathan und Jakob sowie OB Benjamin Zeitler (rechts). Foto: Christine Ascherl

Jens Meyer ist jetzt Alt-Oberbürgermeister -Weiden verabschiedet 17 Stadträte

OB Benjamin Zeitler würdigte die Stadträte als Menschen, die Verantwortung übernommen und Zeit, Kraft und Engagement in ihre Heimatstadt gesteckt hätten. Demokratie beginne nicht in Berlin und München – und „auch nicht in den Fernsehstudios der Republik“.

Insgesamt war es für 17 ausgeschiedene Stadträte der letzte offizielle Termin. Dienstältester war der Christsoziale Hans Sperrer. Der Metzgermeister hatte über 42 Jahre dem Stadtrat angehört: „Das ist mehr als ein Ehrenamt. Das ist ein Lebenswerk“, so Zeitler.

Jens Meyer: der Shootingstar von 2002

„Tief empfundener Dank und Respekt“ galt dem Amtsvorgänger Jens Meyer. Zeitler: „Lieber Jens, wenn wir auf deinen Lebenslauf blicken, dann sehen wir eine Lebensleistung, die untrennbar mit unserer Heimatstadt Weiden verbunden ist. Dein Herz schlägt für diese Stadt.“

Meyer war seit 2002 im Stadtrat – nach einem bemerkenswerten Wahlkampf. Mehrere tausend Hausbesuche katapultierten ihn von einem der letzten Listenplätze nach vorne. Zeitler gestand ein, sich da durchaus etwas im eigenen Wahlkampf abgeschaut zu haben. Es sei ihm passiert, dass Bürger sagten: „Seit dem Jens Meyer war nie mehr einer da.“ Ab 2008 war Meyer dann schon zweiter Bürgermeister, ehe er 2020 in das Amt des Oberbürgermeisters gewählt wurde.

„Der Start in das Amt des OB konnte schwerer nicht sein“, erinnerte Zeitler. Meyer startete in der Corona-Pandemie in die Amtszeit. „Jeder erinnert sich an den Wahlabend, an dem wir uns nicht einmal die Hand schütteln durften.“ Es folgten der Ukrainekrieg und die Energiekrise.

Zukunftsentscheidungen: Kliniken und Realschul-Neubau

Als große Verdienste erwähnte Zeitler den Zusammenschluss der acht Krankenhäuser zur Kliniken Nordoberpfalz AG, den Jens Meyer von Anfang an begleitet habe. Es seien schwere Entscheidungen zu treffen gewesen, um die Kliniken in kommunaler Hand zu behalten und zukunftsfähig zu machen.

LUCE – DENK.summit
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Der Ausbau der Schullandschaften sei für seinen Vorgänger eine Herzensangelegenheit gewesen. So begann Jens Meyer seine Amtszeit mit der Sanierung der Pestalozzischule. Bis zuletzt habe er für den Neubau der Realschulen gekämpft. „In wenigen Tagen ist es soweit – am 23. Juni ist der Spatenstich für die größte Baumaßnahme der Stadt Weiden“, kündigte Zeitler an.

Tierheim, Neubau der Obdachlosenunterkunft und der barrierefreie Ausbau der Altstadt – all das kann sich Jens Meyer zuschreiben. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch des Bundespräsidenten, der für drei Tage in Weiden einzog. „Für diesen großartigen Einsatz im Dienste der Stadt Weiden danke ich dir.“ Zeitler verlieh Meyer den Ehrentitel „Alt-Oberbürgermeister“.

Standing Ovations für die Familie von Jens Meyer

Christiane Zürn, Vizepräsidentin der Regierung der Oberpfalz, würdigte Jens Meyer als zugewandten Gesprächspartner, mit dem die Zusammenarbeit sehr angenehm war. Sie erinnerte an die Krisen ab Beginn seiner Amtszeit: „Schonfristen gibt es da nicht.“ Christiane Zürn war sich sicher: „Er hat große Spuren hinterlassen, die man vielleicht erst in Jahren sehen wird.“ Sie erinnerte sich an ein Treffen mit OB Meyer, als dieser ihr ein Kompendium mit Fotos schrecklicher, baulicher Zustände in Weidener Schulen auf den Tisch legte.

Jens Meyer verabschiedete sich mit einem Zitat von Peter Cornelius bei seinem (vermeintlich) letzten Auftritt: „Vielleicht bis irgendwann in diesem Leben.“ Er hege keine Pläne, auf politischer Ebene zurückzukehren. Aber er werde weiterhin „selbstverständlich“ am gesellschaftlichen Leben der Stadt Weiden teilnehmen.

„Ich bin Alt-Oberbürgermeister, werde im Herzen aber jung bleiben“, sagte Jens Meyer. Er dankte seiner Frau, den Söhnen Jonathan und Jakob. „Es ist so oft an euch ausgegangen. Ich bin wirklich so stolz auf euch. Vielen herzlichen Dank, dass ihr mir den Rücken gestärkt habt.“ Es gab Standing Ovations für die Familie.

Abschied von 17 Stadträten und Alt-OB Jens Meyer. Foto: Christine Ascherl
Alt-OB Jens Meyer mit seiner Frau Kathrin und den Söhnen Jonathan und Jakob sowie OB Benjamin Zeitler (rechts). Foto: Christine Ascherl

Wildenauer auf Trauerfeier von Santini

Eigentlich sollten auch die beiden stellvertretenden Bürgermeister aus ihren Ämtern verabschiedet werden. Reinhold Wildenauer musste passen: Er war am Montag zur Trauerfeier von André Santini nach Issy-les-Moulineaux gereist. Seine Verabschiedung wird nachgeholt.

Seit 2002 war Lothar Höher stellvertretender Bürgermeister der Stadt: „In all diesen Jahren warst du mit Herzblut, Verlässlichkeit und großem Einsatz für die Belange der Stadt da“, würdigte OB Zeitler. Zuletzt habe Höher als Bezirkstagsvizepräsident und Bezirksrat Spuren hinterlassen mit dem Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Verabschiedung der Stadträte

Hans Sperrer verabschiedete sich nach 42 Jahren aus dem Stadtrat. Zeitler würdigte die große Sachkompetenz und seinen klaren Blick für das Machbare. Im Bauausschuss habe Sperrer über Jahrzehnte hinweg die bauliche Entwicklung der Stadt mitgestaltet. Besonders am Herzen lagen ihm Natur und Heimat. Von 1985 bis 2013 führte er den OWV-Zweigverein als Vorstand mit großer Leidenschaft, heute ist er Ehrenvorsitzender.

1998 wurde Brigitte Schwarz (SPD) in den Stadtrat gewählt. „Du hast 28 Jahre die Geschicke unserer Heimat mitgestaltet.“ Ihr Wirken sei von einem klaren Blick für das Wohl der Bürger geprägt gewesen. „Man sieht dich in der Altstadt flanieren, mit offenem Blick und freundlichem Lächeln. Es ging dir nie um persönliche Lorbeeren, sondern immer um die Sache.“

Gisela Helgath war 23 Jahre Stadträtin und wirkte in einer Vielzahl wichtiger Gremien mit. „Du hast deine Erfahrung und deine Überzeugung stets konstruktiv eingebracht.“ Als Verbindungsstadträtin zu Feuerwehr und Heimatring habe sie eine Brücke zwischen Politik und Ehrenamt geschlagen.

Lothar Höher. Foto: Christine Ascherl
Hans Sperrer. Foto: Christine Ascherl
Gisela Helgath. Foto: Christine Ascherl
Brigitte Schwarz. Foto: Christine Ascherl
Sema Tasali-Stoll. Foto: Christine Ascherl
Dagmar Nachtigall. Foto: Christine Ascherl
Hans Forster. Foto: Christine Ascherl
Maria Sponsel. Foto: Christine Ascherl
Karl Bärnklau. Foto: Christine Ascherl
Ali Zant. Foto: Christine Ascherl
Florian Graf. Foto: Christine Ascherl
Eva Nitsche. Foto: Christine Ascherl
Karl Schmid. Foto: Christine Ascherl
Sonja Schuhmacher. Foto: Christine Ascherl
Helmut Schöner. Foto: Christine Ascherl
Bernhard Schlicht. Foto: Christine Ascherl
Gerald Bolleininger. Foto: Christine Ascherl

Dagmar Nachtigall gestaltete seit 2008 die Geschicke der Stadt mit. „Du warst und bist eine tragende Säule der Politik in Weiden“, so Zeitler. Sie habe im Finanzausschuss maßgeblich dazu beigetragen, das Fundament für die Zukunft der Stadt zu legen. „Jeder erinnert sich, wenn der Ordner von Dagmar mit den ganzen Einklebezetteln kam.“ Nicht fehlen dürfe Dagmar Nachtigall bei den Spielen der Spielvereinigung, ihrer zweiten großen Leidenschaft.

Auch Sema Tasali-Stoll (SPD) war zwölf Jahre im Stadtrat. Sie setzte sich für das kulturelle Leben ein. „Gleichzeitig lag dir die medizinische Versorgung der Menschen am Herzen.“ Sie habe auch immer ihre Stimme erhoben für Menschen, die es nicht so leicht haben im Leben. „Das unterstreicht deine zutiefst humanitäre Haltung.“ Die Frauenärztin setzte sich beispielsweise für Dornrose und die Initiative ein.

Karl Bärnklau: Steter Einsatz für Neunkirchen

Der Grüne Karl Bärnklau wirkte zwölf Jahre im Stadtrat, eingesetzt in vielen Ausschüssen. Auch als Verbindungsstadtrat habe er eine wichtige Brücke geschlagen: „Gefühlt kaum eine Feuerwehrversammlung, bei der Karl nicht war.“ Bärnklau war selbst 30 Jahre aktives Mitglied der Feuerwehr Mallersricht. Ebenso habe er sich immer für seinen Stadtteil Neunkirchen eingesetzt.

Gerald Bolleininger (SPD) trat 2014 in den Stadtrat ein. Besonders am Herzen lag ihm seine Funktion als Verbindungsstadtrat für den Dachverband der Weidener Siedler, ebenso war er Ansprechpartner für das THW. Er habe bei zahlreichen gemeinnützigen Einrichtungen Verantwortung übernommen.

Hans Forster (CSU) habe in den zwölf Jahren als Stadtrat wichtige Aufgaben übernommen und war in vielen Gremien Beirat. Als Ortsvorsitzender der CSU in seinem Ortsteil Weiden-Ost sei er vielfältig engagiert: „Besonders bemerkenswert ist dein Einsatz im Vereinsleben“, so OB Zeitler. Aktiv ist Forster beispielsweise als Vorsitzender des Fördervereins Stadtbad.

Florian Graf schied nach elf Jahren im Stadtrat aus. Er habe an zahlreichen Zukunftsentscheidungen mitgewirkt, unter anderem im Jugendhilfeausschuss. Graf habe sich für die Jugend eingesetzt, im Beruf und im Stadtrat: „Du warst eine starke Stimme für die junge Generation.“

Ali Zant und Sonja Schumacher: Streitbar, aber mit Leidenschaft

Ali Zant war eine Amtsperiode Stadtrat. „Du hast deinen Blick auf die gerichtet in unserer Gesellschaft, die deine Stimme am dringendsten benötigte“, meinte OB Zeitler. Als Vorsitzender des Sozialen Netzwerks Weiden und zweiter Vorsitzender der Tafel reiche Zant denjenigen die Hand, die auf Hilfe angewiesen sind. „Dein Engagement in der Obdachlosenhilfe unterstreicht deinen unermüdlichen Kampf für die Würde jedes Einzelnen“, so Zeitler und fügte an: „Duchaus in unterschiedlichen Parteien.“

Sonja Schumacher wurde für ihren klaren Blick für die Belange der Menschen gewürdigt. Sie habe sich für ihre Themen „intensiv eingesetzt“: „Manchmal musste man dich bremsen. Deine Leidenschaft war immer spürbar. Aber das gehört zur Demokratie dazu.“

Abschied nehmen galt es auch von Maria Sponsel, der Verbindungsstadträtin für Schulen und Stadtjugendring. Sie habe überall aktiv angepackt, ob bei der CCSU oder auch beim VfB Weiden, der Schützengesellschaft Alpenrose oder beim Schwimmverein Weiden.

Ein Stadtrat mit Weltmeister-Titel

Sport und Senioren waren das Thema von Karl Schmid, der in der Seniorenleichtathletik Geschichte geschrieben hat. „Es wird wenige Stadträte in der Welt geben, die so viele Europa- und Weltmeistertitel haben.“ Helmut Schöner war ebenfalls seit 2020 Stadtrat. Ihm lag unter anderem der Klimaschutz am Herzen. Er ist zudem unter anderem Gründungsmitglied der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

Bernhard Schlicht (Freie Wähler) war eine Amtsperiode im Stadtrat vertreten, seine Stadtratstätigkeit begründet sich auf jahrzehntelangem Engagement, beginnend bei der Jungen Union. Bekannt ist er durch seine Verbundenheit zum Turnerbund.Drei Jahre war Eva Nitsche als Nachrückerin für die CSU im Weidener Stadtrat. Zeitler würdigte ihr vielfältiges Engagement, etwa als Kreisvorsitzende der Frauenunion, aber auch abseits der Politik, etwa im Oberpfälzer Kunstverein.

Bayernhymne, Deutschland-Hymne und ein kleines Buffet beschlossen den Abend.