Neuer Dorfplatz in Neunkirchen: Schon vor der Einweihung wurde gefeiert

Neuer Dorfplatz in Neunkirchen: Schon vor der Einweihung wurde gefeiert
Auch der Festakt war keine kleine Angelegenheit: Am Freitagvormittag versammelten sich auf der neu gestalteten Dorfmitte gut 40 Gäste aus Politik, Kirche, Gesellschaft und Nachbarschaft. Der Weidener Bauhof hatte ein Zelt aufgestellt. Und Brotzeit und ein „Fassl Bier“ stellte Oberbürgermeister Benjamin Zeitler ebenfalls in Aussicht. Mit dem gemeinsamen Durchschneiden eines weiß-blauen Bandes wurde der Platz offiziell eröffnet.
Nach 50 Jahren wurde in Neunkirchen erstmals wieder ein Maibaum aufgestellt – der vorher prompt von Störnstein geklaut und wieder ausgelöst werden musste. „Die Neunkirchener haben dieses Jahr schon mehrfach gezeigt, wofür er da ist“, sagte Zeitler über den neuen Dorfplatz.
Mit Traktoren und Mähdreschern zur Planung
Hinter den Beteiligten liegen spannende Jahre. 2022 wurde die Umgestaltung im Bauausschuss beschlossen. 2023 entschieden sich die Neunkirchener nach einer Informationsveranstaltung und einer Planungswerkstatt für den zentralen Dorfplatz. Entstanden ist die „Begegnungszone Bürgermeister-Bärnklau-Straße“. Kurz: ein Dorfplatz.
Für OB Zeitler ist die Neugestaltung das beste Beispiel dafür, wie „nicht von oben herab, sondern mit den Menschen geplant“ werden kann. Die Bewohner waren engagiert bei der Sache.
Beispiel Schleppkurven: Üblicherweise wird berechnet, wie viel Platz große Fahrzeuge beim Abbiegen benötigen. In Neunkirchen rückte die Bauernschaft zum Ortstermin gleich mit dem ganzen Fuhrpark an – Traktoren, Gespanne und Mähdrescher. Tatsächlich musste anschließend ein Schild ein wenig versetzt werden. „Entscheidend ist: In dieser Planung wurde zugehört.“
Eingebunden waren beide Kirchen, die direkte Anrainer sind, ebenso die Vereine, allen voran die Feuerwehr. Etliche Verschönerungsarbeiten gingen in Privatinitiative über die Bühne. Zeitler: „Wir können einen Platz erneuern. Aber darüber hinaus braucht es Menschen, die Verantwortung übernehmen. Davon gibt es in Neunkirchen sehr viele.“ Er nannte Renate Jahreis als stete Impulsgeberin.
730.000 Euro Förderung für den Dorfplatz
Die Neugestaltung kostete rund 1,3 Millionen Euro. Davon werden 730.000 Euro über das Bayerische Städtebauförderungsprogramm bezuschusst. OB Zeitler dankte Sabine Pollinger von der Regierung der Oberpfalz für die Unterstützung. Sein Dank galt ebenso dem Stadtplanungsamt mit Amtsleiterin Jana Janota, Tiefbauamtschef Hubert Grillmeier und Projektleiter Pirner sowie Baudezernent Alkmar Zenger.
Die Verkehrsbehörde hat zuletzt noch Parkverbotsschilder angebracht, da offenbar nicht jeder wusste, dass im verkehrsberuhigten Bereich nur auf ausgewiesenen Flächen geparkt werden darf. „Es soll ein Treff für Menschen sein, nicht für parkende Autos.“
Sabine Pollinger von der Regierung der Oberpfalz bezeichnete das Engagement der Bürgerschaft in Neunkirchen als „in dieser Art selten“. Sie freue sich darüber, dass der Dorfplatz längst mit Leben erfüllt werde: „Wichtig ist nicht das Bauliche. Wichtig ist die Lebendigkeit eines Ortes.“
Ortssprecher Dr. Stefan Bauer schilderte die Aktivitäten des sehr aktiven Ortsteils. 2018 wurde der Verein Dorfgemeinschaft Neunkirchen und Umgebung gegründet, in dem die Aktivitäten der Vereine und Kirchen gebündelt werden. Ein wesentlicher Bestandteil sei die sehr engagierte Feuerwehr. Maibaumfest, Dorffest, Adventsmarkt – die neue Mitte wird gut genutzt.
Der neue Dorfplatz in Neunkirchen
Projekt: Neugestaltung der Bürgermeister-Bärnklau-Straße zu einer barrierefreien Begegnungszone und einem neuen Dorfmittelpunkt.
Kosten: Rund 1,3 Millionen Euro, gefördert durch das Bayerische Städtebauförderungsprogramm.
Ausstattung: Neue Pflasterung, höhengleiche Geh- und Fahrbereiche, Sitzstufen, Wassertisch, Baumpflanzungen und ein neuer Maibaumständer. Die angrenzenden Straßenabschnitte wurden neu asphaltiert.
Planung: Dömges Architekten und derori Entwicklungs GmbH. Die Neunkirchner Bevölkerung war an der Gestaltung beteiligt und entschied sich 2023 für die Variante „Zentraler Dorfplatz“.
Ausführung: Schieder Bau GmbH aus Bechtsrieth (Bauarbeiten) und Rolf Schmidt GmbH aus Schirmitz (Pflanzarbeiten).
Ein Wassertisch für Mensch und Tier
Die beiden Pfarrer Thomas Kohlhepp (katholisch) und Andreas Ruhs (evangelisch) spendeten gemeinsam den Segen. Beide Kirchen sind direkte Anrainer des neuen Platzes.
Der evangelische Pfarrer berichtete von Beobachtungen, die zeigen, dass der neue Platz längst angenommen wird. Noch am Vorabend der Einweihung saßen dort trotz frostnaher Temperaturen zwei Frauen zum Plausch zusammen. „Vielleicht hätte man eine Sitzheizung einbauen sollen“, scherzte Ruhs. Im Sommer habe er einen Teenager beobachtet, der sich zur Erfrischung quer über den Wassertisch legte. Und regelmäßig kämen Hunde zum Trinken vorbei.













