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Schere klafft in Weiden, Tirschenreuth und Neustadt weiter auf

Weiden. NGG warnt vor wachsender Kluft: In Weiden kommt auf 1.265 Beschäftigte ein Einkommensmillionär, in Neustadt/WN auf 891 und im Kreis Tirschenreuth auf 1.043. Gefordert ist ein sozialer Kurs der Reformen.

Weiden. NGG warnt vor wachsender Kluft: In Weiden kommt auf 1.265 Beschäftigte ein Einkommensmillionär, in Neustadt/WN auf 891 und im Kreis Tirschenreuth auf 1.043. Gefordert ist ein sozialer Kurs der Reformen.
Jeder Euro zählt. Foto: Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Schere klafft in Weiden, Tirschenreuth und Neustadt weiter auf

In der Nordoberpfalz stellt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am 22. April 2026 deutliche Unterschiede zwischen Normalverdienern und Einkommensmillionären heraus. Nach Angaben der Gewerkschaft stehen im Kreis Tirschenreuth 26 Einkommensmillionäre 27.100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber (1 zu 1.043), in Weiden sind es 22 Einkommensmillionäre bei 27.800 Beschäftigten (1 zu 1.265) und im Kreis Neustadt/WN 37 Einkommensmillionäre bei 33.000 Beschäftigten (1 zu 891).

Soziale Spreizung im Landkreis Tirschenreuth

Im Landkreis Tirschenreuth gibt es 26 Einkommensmillionäre; 27.100 Menschen gehen hier einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach. Die NGG Oberfranken beruft sich bei diesen Zahlen auf das Bayerische Landesamt für Statistik und die Arbeitsagentur. „So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Kreis Tirschenreuth aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Marcel Adelhardt. Zudem warnt er „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Kreis Tirschenreuth“.

Weiter erklärt Adelhardt: „Es geht nicht darum, dass die einen mehr Geld haben als die anderen. Es geht darum, dass wenige im ‚Gold-Statuslevel‘ leben. Und dass immer mehr trotz eines Vollzeitjobs darum kämpfen, genug Geld für Miete, Sprit und Lebensmittel zusammenzubekommen. Von denen, die keine Arbeit haben oder mit Armut im Alter klarkommen müssen, ganz zu schweigen. Das gefährdet am Ende sogar die Demokratie“. An die Bundestagsabgeordneten von CSU und SPD aus dem Landkreis richtet er den Appell, beim anstehenden Reformpaket der Regierungskoalition den sozialen Kurs zu halten. Die NGG betont, dass Erbschaften und Vermögen nur 1,1 Prozent zum gesamten Steueraufkommen beitragen.

Weiden: Verhältnis 1 zu 1.265

In Weiden meldet die NGG Oberpfalz 22 Einkommensmillionäre und 27.800 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Der Geschäftsführer der NGG Oberpfalz beschreibt die Lage so: „So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern in Weiden aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen“, sagt Rainer Reißfelder. Er warnt zusätzlich „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage in Weiden“.

Zudem fordert Reißfelder die Abgeordneten von CSU und SPD aus der Region auf, das Reformpaket sozial auszurichten. „Es geht darum, Menschen, die Tag für Tag arbeiten, nicht noch weiter abzuhängen. Denn sie sind die breite Mehrheit und tragen die Hauptlast: Lohn- und Mehrwertsteuer drücken enorm.“

Neustadt/WN: Verhältnis 1 zu 891

Im Landkreis Neustadt/WN benennt die NGG 37 Einkommensmillionäre und 33.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Rainer Reißfelder sagt: „So sieht das Gefälle zwischen Normal- und Spitzenverdienern im Kreis Neustadt (Waldnaab) aus. Die einen krempeln die Ärmel hoch, um über die Runden zu kommen. Die anderen verdienen ihr Geld überwiegend an der Börse und mit Unternehmensgewinnen.“ Außerdem warnt er „vor einer zunehmenden sozialen Schieflage im Kreis Neustadt (Waldnaab)“.

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Außerdem verweist Reißfelder auf die aus seiner Sicht ungleiche Verteilung von Steuerlasten: „Ein Durchschnittspaar zahlt immerhin 43 Prozent Steuern und Abgaben.“

Steuerpolitik und Reformziele im Fokus

Über alle drei Gebiete hinweg richtet die NGG ihre Forderungen an die Politik in Bund und Region. Aus Gewerkschaftssicht darf Arbeit nicht stärker belastet werden als Kapitaleinkommen wie Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne. Für Kapitaleinkommen gilt zumeist eine Abgeltungsteuer von 25 Prozent. Die NGG fordert gerechte Steuern und eine faire Vermögensverteilung als A und O der anstehenden Reformen.