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Taxi-Zentrale Weiden
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Höhbauer-Insolvenz trifft Kunden: Wer seine Fenster will, muss erneut zahlen

Luhe-Wildenau/Hahnbach. Die Höhbauer-Insolvenz trifft auch die Kunden hart. Jens R. aus Hahnbach baut gerade ein Haus um. Am 19. Oktober sollten die Fenster und eine Außentür geliefert werden. Rund 60.000 Euro (90 Prozent der Auftragssumme) sind angezahlt. Aktueller Stand: Die Familie mit vier Kindern hat keine Fenster – und das Geld ist auch weg.

Luhe-Wildenau/Hahnbach. Die Höhbauer-Insolvenz trifft auch die Kunden hart. Jens R. aus Hahnbach baut gerade ein Haus um. Am 19. Oktober sollten die Fenster und eine Außentür geliefert werden. Rund 60.000 Euro (90 Prozent der Auftragssumme) sind angezahlt. Aktueller Stand: Die Familie mit vier Kindern hat keine Fenster – und das Geld ist auch weg.
Haus ohne Tür. Jens R. hat für Fenster und Haustür bereits mehr als 60.000 Euro an Höhbauer vorausgezahlt. Dann kam die Insolvenz. Foto: privat

Höhbauer-Insolvenz trifft Kunden: Wer seine Fenster will, muss erneut zahlen

Wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters auf Nachfrage bestätigt, stellen die Vorauszahlungen der Kunden insolvenzrechtlich eine Insolvenzforderung dar. Sie können damit nicht angerechnet werden. „Uns ist bewusst, dass das für Sie eine erhebliche Belastung ist“, heißt es in einem Schreiben der Firma Höhbauer an den Kunden.

Weitere 19.200 Euro für Fenster und Tür

Als Lösung bietet man einen Rabatt auf eine neue Zahlung an: Im Fall von Jens R. soll dieser für seine Fenster weitere 17.000 Euro nachschießen. Die Produkte seien „bereits teilweise gefertigt“. Die Montage „soll bis Ende November 2026 abgeschlossen sein“. Ähnlich bei der Tür: Hier hat er 7000 Euro bezahlt und soll jetzt 2.200 Euro überweisen. Das Geld soll R. auf ein Treuhandkonto überweisen, das der Insolvenzverwalter für die Abwicklung von Kundenaufträgen eingerichtet hat. „80 Prozent davon entnehmen wir sofort zur Abgeltung der bisher ausgeführten Teilleistungen sowie zur Gemeinkostendeckung.“

Dem Familienvater aus Hahnbach ist das zu vage und zu unsicher. Er will das „Angebot“ nicht annehmen.

Anzahlung mit Versicherung abgesichert

Herr R. ist in einer vergleichsweise „glücklichen“ Lage: Er hat die Anzahlung – zumindest für die Fenster – über eine selbstschuldnerische Versicherung abgesichert. Der Hahnbacher ist beruflich vom Fach und hatte gezielt um eine solche Versicherung gebeten. Gerade weil es bei ihm eben doch um eine größere Summe ging. In das Sanierungshaus müssen 44 neue Fenster eingebaut werden. „Das ist kein kleines Objekt. Bei vier, fünf Fenstern hätte ich verzichtet.“

„Aber wie viele andere Kunden waren nicht so umsichtig?“, fragt er sich. „Wie viele Familien stehen jetzt vor dem finanziellen Ruin und ohne Schutz im Kalten?“ Auch bei ihm wird es frisch: Das Loch für die geplante Tür (wo vorher ein Fenster war) ist bereits vorbereitet. „Es zieht komplett durch.“ Aus seiner Sicht ist das gesamte Sanierungshaus ohne diese Tür im Winter unbewohnbar.

Er wirft der Firma vor, die Kunden mit gezielten Aktionen zu hohen Anzahlungen gelockt zu haben. In seinem Fall hat er noch im Sommer 90 Prozent der Auftragssumme überwiesen. Dann folgten Betriebsferien – und der Insolvenzantrag. Rothemund betont ausdrücklich, dass er den Beschäftigten und Auszubildenden von Höhbauer keinen Vorwurf macht. „Die Mitarbeiter und die neuen Azubis tun mir in dieser Lage genauso leid.“

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Jeder Kundenauftrag wird einzeln geprüft

Wie ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters erklärt, wird derzeit für jeden Auftrag einzeln geprüft, ob eine Fertigstellung rechtlich und wirtschaftlich möglich ist. Entscheidend seien dabei die jeweilige Konstellation und der Bearbeitungsstand, nicht unbedingt die Höhe der Anzahlung. Alle Kunden würden schriftlich informiert und erhielten gegebenenfalls ein Angebot zur Fertigstellung.

Bereits geleistete Anzahlungen seien Insolvenzforderungen und könnten rechtlich nicht angerechnet werden. Die neuen Angebote enthielten jedoch ein preisliches Entgegenkommen, um den finanziellen Nachteil für die Kunden zu verringern.

Hintergrund: Die Höhbauer-Insolvenz

Der Fenster- und Türenhersteller Höhbauer aus Luhe-Wildenau hat im September 2026 Insolvenzantrag gestellt. Am 22. September ordnete das Amtsgericht Weiden die vorläufige Insolvenzverwaltung an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt.

Das 1950 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 325 Mitarbeiter. Der Geschäftsbetrieb läuft zunächst weiter, die Löhne und Gehälter sind bis Ende November über das Insolvenzgeld gesichert. Böhm prüft derzeit die wirtschaftliche Lage und mögliche Sanierungslösungen. Als Gründe für die Insolvenz nennt das Unternehmen unter anderem gestiegene Kosten und die gesunkene Nachfrage im Bau- und Sanierungsbereich.

Bisher bei OberpfalzECHO erschienen:

Höhbauer Luhe-Wildenau stellt Insolvenzantrag

Nach Höhbauer-Insolvenz: Böhm sieht grundsätzlich gute Voraussetzungen für Sanierung