Jetzt Tickets für die kommenden Jahn-Spiele sichern!
EAD Dirnberger, Jobs – 119.351
EAD Dirnberger, Jobs – 119.351

Klimaschutz in Weiden: Laura Weber drängt aufs Tempo

Weiden. 82 Maßnahmen, neun erledigt, 31 in Arbeit – und noch jede Menge zu tun. Grünen-Stadträtin Laura Weber drängt beim Weidener Klimaschutz aufs Tempo. Vor allem bei Bäumen und Hitzeschutz reicht ihr das bisher Erreichte nicht. Im Ferienausschuss wird darüber engagiert diskutiert – und zwischen der Landtagsabgeordneten und Wolfgang Pausch (CSU) auch ziemlich grundsätzlich.

Weiden. 82 Maßnahmen, neun erledigt, 31 in Arbeit – und noch jede Menge zu tun. Grünen-Stadträtin Laura Weber drängt beim Weidener Klimaschutz aufs Tempo. Vor allem bei Bäumen und Hitzeschutz reicht ihr das bisher Erreichte nicht. Im Ferienausschuss wird darüber engagiert diskutiert – und zwischen der Landtagsabgeordneten und Wolfgang Pausch (CSU) auch ziemlich grundsätzlich.
Hitzige Debatte im Ferienausschuss: Die Grünen-Stadträtin Laura Weber (Mitte) drängt auf schnellere Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes. Foto: Christine Ascherl

Klimaschutz in Weiden: Laura Weber drängt aufs Tempo

„Wichtige Sachen sind gemacht“, stellte Grünen-Fraktionsvorsitzende Laura Weber im Ferienausschuss zunächst fest. Energiekarawane, Balkonkraftwerke, Radabstellmöglichkeiten: Das Klimaschutzmanagement habe einiges auf den Weg gebracht. „Aber es ist auch noch sehr viel zu tun.“

Das gilt umso mehr, weil eine Entscheidung näher rückt: Das geförderte Klimaschutzmanagement läuft im Februar 2027 aus. Danach muss die Stadt klären, wie und mit wem sie ihre Klimaschutzarbeit fortsetzt.

Für die Landtagsabgeordnete steht außer Frage, dass es weitergehen muss. „Es ist ganz wichtig, dass jemand in der Stadt sich darum kümmert.“ Dass Klimaschutz beim Oberbürgermeister höchste Priorität genießt, bezweifelte sie allerdings. Der Antrag der Grünen sei rechtzeitig für die Juli-Sitzung gestellt – und werde jetzt im Ferienausschuss.

Zweiter Bürgermeister Jürgen Meyer (Bürgerliste) widersprach. Die Bedeutung des Klimaschutzes habe nichts mit Namen oder der Besetzung einer Sitzung zu tun.

300 Bäume weg, nur 80 nachgepflanzt

Zentrales Element sind für Laura Weber Bäume. Jährlich würden in Weiden rund 300 Bäume entfernt, aber nur etwa 80 nachgepflanzt. Was die Verwaltung dazu im Sachstandsbericht schreibt, ist ihr „zu schwammig“.

Zumal weitere alte, große Bäume verschwinden – etwa am Postkeller und an der Baustelle der Realschulen. Für Laura Weber haben Nachpflanzungen deshalb höchste Priorität. „Da müssen wir wirklich dranbleiben.“ Und zwar nicht nur mit guten Vorsätzen: Die Stadt müsse dafür Geld und Kapazitäten bereitstellen. Mobiles Stadtgrün in der Innenstadt sei sinnvoll, könne aber echte Nachpflanzungen nicht ersetzen.

WITRON – Last call Ausbildung
WITRON – Last call Ausbildung
Große Bäume am Oberen Markt – das gab es schon einmal. Hier ein Foto um von 1910, zur Verfügung gestellt vom Stadtarchiv. Die Nationalsozialisten ließen die Begrünung in den 1930er Jahren entfernen, um Platz für Paraden zu haben. Foto: Stadtarchiv Weiden
Ferienausschuss im August 2026: (von links) die Dezernenten Wolfgang Hohlmeier und Nicole Hammerl, die stellvertretenden Bürgermeister Stephan Gollwitzer und Jürgen Meyer, Markus Kindsgrab (Stabsstelle Kommunikation) und Dezernent Andreas Holz. Foto: Christine Ascherl

Altstadtrat Rainer Sindersberger (Freie Wähler) wollte das Bild einer Stadt, die zu wenig für ihre Bäume tut, nicht stehen lassen. Er erinnerte an Bahnhofstraße, Maxstraße, Kastanien- und Schumacherallee. Vieles sei gegen Widerstände begrünt oder erhalten worden. In einem Punkt gab er Laura Weber aber recht: „Wir müssen darauf schauen, dass wir stärker nachpflanzen.“

„Das muss Chefsache werden“

Noch dringlicher wurde die Debatte beim Hitzeschutz. Die Stadt testet bereits Wasservernebelung in der Innenstadt. Ein Trinkwasserbrunnen am Unteren Markt soll nach Möglichkeit bis zum Frühjahr 2027 kommen. Für 2027 sieht das Klimaschutzkonzept zudem einen Hitzeaktionsplan vor.

Laura Weber geht das nicht weit genug. Sie schlug einen runden Tisch vor, an dem unter anderem Pflegeheime und das Klinikum beteiligt werden. Gemeinsam müsse geklärt werden, wie sich Weiden auf die nächste Hitzeperiode vorbereitet. Die Wasservernebelung sei gut: „Das tut gut, wenn man darunter durchgeht.“ Aber dabei dürfe es nicht bleiben. Hitzeschutz müsse „zur Chefsache“ werden.

Wie groß die Herausforderung ist, wurde beim Sachstandsbericht von Rechtsdezernentin Nicole Hammerl deutlich. „Wir haben gesehen, wie warm es in der Altstadt mit ihrer geschlossenen Bauweise werden kann – durch Kesselwirkung und wenig Grün.“ Hinzu komme ein alter Gebäudebestand mit Defiziten bei der Dämmung. Gerade viele Alten- und Pflegeeinrichtungen stammten aus den 1970er- und 1980er-Jahren – aus einer Zeit, in der sommerlicher Hitzeschutz noch kaum eine Rolle spielte.

Pausch: „Ich habe da kein großes Problem“

Dann wurde es grundsätzlich. Wolfgang Pausch (CSU) sah Weiden beim Klima- und Umweltschutz insgesamt „gut unterwegs“. Bei Kliniken und Altenheimen brauche es Unterstützung von höherer Ebene. Die Stadt könne das nicht alleine stemmen.

Und Pausch fügte mit Blick auf die Hitze an, er persönlich habe damit „kein großes Problem“. Viele andere Deutsche offenbar ebenfalls nicht: „Die fahren ja in warme Länder in den Urlaub.“ Er habe privat einen Garten mit vielen Bäumen, die ihm teilweise schon zu groß würden.

Das rief Widerspruch bei Laura Weber hervor: „Mir geht es um Leute, die im dritten Stock wohnen, keine Klimaanlage haben und schwitzen.“ Dazu kämen Kranke und Bettlägerige, Schwangere und kleine Kinder. „Man sollte sich überlegen, ob man so etwas sagt.“

Windkraft: Wie geht es mit dem „Weidener Weg“ weiter?

Auch bei der Windkraft wollte Laura Weber mehr wissen, als der Sachstandsbericht hergab. Beim ETZ (Energie-Technologische Zentrum Nordoberpfalz GmbH) habe man den Grünen vor einigen Wochen gesagt, dass eine wichtige Entscheidung anstehe.

Die Flächensicherung müsste nach ihrem Kenntnisstand inzwischen abgeschlossen sein – sofern sie möglich sei. Deshalb wollte Laura Weber wissen: Wie ist der aktuelle Stand? Und wird der „Weidener Weg“ weiterverfolgt?

Wolfgang Pausch sah darin weniger eine Frage des Klimaschutzes. Für das Klima sei letztlich egal, wer ein Windrad baue. Der besondere Reiz des Weidener Wegs liege darin, Flächen zu sichern und die Wertschöpfung in der Stadt zu halten.

Auch Waldbrände werden zum Thema

Lothar Höher (CSU) brachte schließlich eine weitere Folge trockener und heißer Sommer in die Diskussion ein: die Waldbrandgefahr. Im Pressather Wald habe es vier Waldbrände gegeben. „Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir die Bürger dieser Stadt schützen“, mahnte Höher. Er wolle keine Angst verbreiten, doch die Situation in diesem Sommer sei „schon heftig“ gewesen.

Zweiter Bürgermeister Jürgen Meyer kündigte dazu Gespräche mit den Feuerwehren an. Die Einsatzpläne würden bereits überarbeitet.

Weidens Klimaschutz in Zahlen

  • Ziel: Klimaneutrales Weiden bis 2040
  • Klimaschutzkonzept beschlossen: Juli 2023
  • Maßnahmen insgesamt: 82
  • Abgeschlossen: 9
  • In Umsetzung: 31
  • Zurückgestellt: 23
  • Klimaschutzmanagement: Förderung läuft bis Februar 2027
  • Windkraft/„Weidener Weg“: Flächensicherung für Windenergie; regionale Wertschöpfung und Bürgerbeteiligung sollen eine wichtige Rolle spielen
  • Trinkwasserbrunnen: Unterer Markt, geplant spätestens Frühjahr 2027
  • Hitzeaktionsplan: für 2027 vorgesehen
  • Aktuell getestet: Wasservernebelung in der Innenstadt
  • In Prüfung: bepflanztes Stadtmobiliar und „bewegliche Bäume“
  • Ab 2027: stärkerer Fokus auf Entsiegelung und „Schwammstadt“
  • Mögliche Flächen: SV-Gelände Stockerhut, Turnerbund-Gelände, Alter Volksfestplatz